Reise zu den Kogi

Vorab: Das Projekt CAFÉ KOGI erfordert soviel Energie und Zeit, dass ich momentan nicht dazu komme, weiterzuschreiben. Ich hoffe, Ihr habt Verständnis dafür. Aber irgendwann mache ich es – versprochen.


 

17. Januar 2014, ich fliege nach 18 Jahren wieder nach Kolumbien. Auf geradezu magische Art und Weise schließt sich ein Kreis in meinem Leben, den ich für immer offen glaubte.

Wie alles begann

1996 war ich das erste Mal mit einem guten Freund als Backpacker in Kolumbien. Damals beherrschten die FARC, die Paramilitärs, die Guerilla, die Drogenbarone und das kolumbianische Militär das Land. Als wir bis nach Santa Marta, der Küstenstadt kurz vor dem Kogi-Land, gereist waren, rieten uns alle Kolumbianer nur bloß nicht weiter zu fahren. Unser Plan, die Ciudad Perdida, die verlorene Stadt, zu besuchen, wurde zu gefährlich.

Die Ciudad Perdida liegt inmitten des Dschungels und ist nur über einen mehrtägigen Fußmarsch zu erreichen. Sie ist etwas kleiner als Macchu Picchu, aus historischer Sicht jedoch genauso wichtig – und mindestens so geheimnisvoll. Damals zogen wir dann es vor, auf eine kleine Insel zu fliegen, wo ich meine erste Frau kennen lernte. Irgendwann nach unserer Auswanderung nach Mexiko scheiterte dann 2000 die Ehe und ich ging zurück nach Deutschland.

Ende 2013, also 17 Jahre später, leitet mir eine sehr entfernte Bekannte eine Mail einer Freundin weiter. Sie lädt zu einem Abend mit einem Kogi in die Bonner Fairtrade-Zentrale ein. Zufällig kann ich zeitlich, zufällig habe ich zwei Bücher über die Kogi gelesen. Ich sitze also aufgeregt vor Máma José Gabriel, einem hohen Priester der Kogi, und seinen zwei Begleitern, die für die Casa Indigena de Santa Marta arbeiten. Máma José Gabriel spricht lange über die Botschaft der Kogi, der Älteren Brüder, an uns, die Kleinen Brüder (Die ganze Botschaft finden Sie unter dem Menüpunkt „Die Kogi“).

Dann berichtet er über das Projekt Café Kogi. Die drei sind in Kolumbien ohne jeden großen Plan oder Terminkalender losgeflogen und waren die letzten Tage auf der ANUGA in Köln, der größten Nahrungsmittelmesse der Welt, um einen geeigneten Partner für eine Zusammenarbeit in Deutschland zu finden. Sie haben verschiedene Gespräche geführt und dies ist ihr letzter Abend. Die Fachleute von Fairtrade kommen und gehen, sie bekommen zu hören, dass die Kogi nicht vorhaben, Bedingungen für ein Fairtrade- oder Bio-Siegel zu erfüllen.

Sie sagen: Wir leben seit Jahrhunderten im Einklang mit der Natur. Wir benutzen keine Pestizide, keinen Dünger. Wir wissen, wie man nachhaltig produziert. Ihr aber ruiniert die Erde. Warum sollten wir uns von Euch zertifizieren lassen?

– Zu Sinn oder Unsinn der verschiedenen Siegel werde ich unter Kaffee-Wissen etwas schreiben. –

Wer je einen Máma erlebt und hat sprechen hören, weiß, welches Charisma von ihnen ausgeht. Ihr Lebenszweck ist es, mit ihrer Weisheit das Gleichgewicht unserer Welt zu erhalten. Ich bin fasziniert von diesem kleinen Mann, der mit zwei Umhängetaschen loszog um seine Kultur zu retten und uns die Leviten zu lesen. Irgendwie fehlt mir offensichtlich auch eine Portion Abenteuer in meinem Leben…

Kurz und gut, am Ende des Abends gehe ich nach vorne und bot an, den Kogi bei der Vermarktung des Kaffees in Deutschland zu helfen. Ich habe zwar keine Ahnung von Kaffee, andererseits ist eine meiner Stärken gerade, Dinge neu aufzubauen und zu strukturieren. So richtig begeistert scheinen die drei allerdings nicht, ich kann noch nicht wissen, dass Kogi grundsätzlich eher reserviert sind und insbesondere die Mámus sehr zurückgezogen leben und keine neuen Freunde suchen. Immerhin staube ich eine Probe, ein Pfund grüne Kaffeebohnen, ab. Wenn ich mehr wolle, müsse ich zu den Kogi fliegen…

Nach einigem Mailverkehr und dem (typisch deutschen) Versuch, Dinge auf die Distanz zu klären, sehe ich ein, dass ich nur vor Ort Klarheit erlangen werde. Und so begann meine Reise zu den Kogi, über die ich auf dieser Seite nach und nach berichten werde.

 

2 Kommentare:

  1. Hallo , ich habe im letzten Jahr auch das Vergnügen gehabt durch die Sierra Navada de Santa Marta zu backpacken und Kogis kennenzulernen. Das Projekt finde ich klasse und würde evt unterstützend beistehen, wenn das nötig ist. Ich bin regelmäßig in Kolumbien (aus beruflichen Gründen und da ich auch einige Freunde dort habe). Vielleicht könnten wir uns ja mal kurzschliessen?
    Liebe Grüße
    Maria Bowyer

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