Bogotá – Kolumbien Teil 5

Bogotá vibriert. Ich mag keine Großstädte, Medellín finde ich furchtbar, aber Bogotá hat was. Die Stadt ist riesig, 10 Millionen Einwohner, ich bin 8 Stunden quer durch die ganze Stadt gelaufen. Überall gibt es etwas zu entdecken. Der Mann mit dem Glasauge, der auf seinem Wägelchen in einem selbst gebastelten Kaffeeröster Kaffee röstet. All die bunt bemalten Hauswände, unfassbar viele. Sie verschönern viele herunter gekommene Fassaden. Die laute Musik an jeder Ecke: Cumbia, Salsa, Vallenato… Überall gibt es etwas zu essen, Obst, Arepas – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, natürlich Kaffee.
Die Architektur der Stadt ist verwirrend. Die wunderbaren Häuser der Altstadt, die nagelneuen Hochhäuser, Brachen, die als Parkplätze zu 200 % ausgenutzt werden. Und dann wieder mehrere Straßenzüge voller kleiner geklinkerter Reihenhäuser, die auch in einer englischen Kleinstadt stehen können.
Extrem ist der Verkehr und der Smog. Busse aller Größen pöttern durch die Stadt, alle prall gefüllt mit Menschen. Unmengen an Taxis wuseln wie in einem Bienenstock durcheinander. Es stinkt. Leben möchte ich hier nicht. Mit tun die kleinen Kinder leid, die den meisten Dreck abbekommen.
Das einzige, was es nicht gibt, sind Cafes, wo man draußen sitzen, essen und die Menschen beobachten kann. man sitzt drinnen. Hin und wieder sehe ich ein trendiges Bistro, was auf gesunde Nahrung zu achten scheint, aber das normale Essen ist Fleisch. Ich gestehe, ich habe Churrasco bestellt, als ich die Suche nach was richtig Hübschem zum Sitzen aufgegeben hatte und in eines der vielen Restaurants an der Straße ging. Vegetarier sollte man hier eher nicht sein. Das Essen war gut, für 6 Euro gab es auch noch eine Suppe, eine Cola und ein Eis. Später zupfte eine besorgte Kolumbianerin an mir, ich solle die Kamera um den Hals haben und nicht in der Hand. Zu gefährlich.
Was mir viel gefährlicher erscheint, sind die vielen Radfahrer, die durch die Stadt schießen. Vermummte mit Helm und aufgemotzten Rennrädern und Mountainbikes rasen durch den wahnsinnigen Verkehr auf der Suche nach einer Lücke. Manche sehen aus wie Gestalten aus einem Science Fiction Film. Und wenn dann mal ein Radweg da ist, hat der solche Löcher, dass die Radler auf den Bürgersteig ausweichen. Der Kolumbianer stört dich nicht dran, irgendwie scheint es immer gut zu gehen. Löcher in Gehweg gibt’s immer wieder. Als großer deutscher muss ich immer drauf achten, nicht in einen Kanal zu treten oder mit dem Kopf vor einen Sonnenschirm zu laufen. Ich versuche also gelassen zu sein und mir dem Strom zu schwimmen. Abends in Dunkeln – um 18 Uhr geht hier die Sonne unter – erreiche ich mein Hotel und bin platt.
Über das Goldmuseum und die beste Kaffeerösterei Bogotás werde ich noch berichten.

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