100 % pur angebaut

Baum

 

Wenn es Sie interessiert, wie der Kaffee angebaut wird, finden Sie hier die von mir übersetzte Beschreibung des Herstellungsprozesses der Gemeinschaft der Kogi-Indianer:

„Café Kogi“ ist der von den Kogi geschützte Markenname für den gerösteten „Café Teyuna“. Nur Kaffee, der entsprechend den Werten der Kogi geröstet wird, darf sich „Café Kogi“ nennen. Café Teyuna wird in Höhen von 800 bis 1700 Metern in der kolumbianischen Sierra Nevada de Santa Marta von den Kogi-Indianern angebaut. Die Sierra Nevada ist das höchste Küstengebirge der Erde und in den Augen der Kogi der Ort der Schöpfung allen Seins. In ihrem Verständnis wurde die Welt erschaffen, indem die Große Mutter eine Webspindel in das Gebirge der Sierra Nevada stieß. Hier treffen karibische Strände und tropisch-feuchter Dschungel auf Wüste, Nebelwald und schneebedeckte Berge. Die Kogi sehen sich als Hüter der Erde.

Der Anbau von Café Kogi basiert auf vier fundamentalen Prinzipien:

  • Die Aufrechterhaltung und Wiedergesundung der Natur ist das oberste Prinzip der Gemeinschaft der Kogi. Dieses Gesetz des Ursprungs wird „Ley de Sé“ genannt. Im Land der Kogi findet man keine konventionellen Kaffeeplantagen. Der Kaffee wächst mitten im Wald in Gemeinschaft mit anderen Bäumen und Pflanzen, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten und das Überleben der sozialen Gemeinschaft zu ermöglichen.
  •  Zum Großteil handelt es sich bei der angefunden Kaffeeart um Arabica Tipica, die Art, die für den  weltberühmten kolumbianischen milden Kaffee steht, sowie um Arabica Caturra. Die Kogi wählten diese Art, weil sie sich gut für den ökologischen Ansatz des Urwaldkaffees eignet. Aus Sicht der Mámus[1] wurde den Kogi die Pflanze von den spirituellen Vätern geschenkt, um ihre Botschaft zu verkünden. Diese Botschaft lautet, dass es möglich ist, das Gleichgewicht sowohl auf materieller als auch auf spiritueller Ebene in der Produktion zu erhalten. Die Einkünfte werden auf eine Art und Weise erzielt, die die Natur nicht schädigt.
  • Alle mit dem Anbau von Kaffee verbundenen Tätigkeiten beginnen mit spirituellen Handlungen. Es werden Opfer für die spirituellen Väter als Dank für den geernteten Ertrag gemacht. Die Produktion des Kaffee wird insofern fortwährend von den Mámus begleitet. Jeder Arbeitsschritt ist untrennbar mit dem spirituellen Denken der Kogi verbunden.
  • Die indigene Organisation „Resguardo Kogui Malayo Arhuaco“ ist verantwortlich für die Begleitung des Anbaus bei den lokalen Gemeinschaften. Sie sammelt den Kaffee, vertreibt ihn in unterschiedlichen Qualitäten und Verarbeitungsstufen als „Pergamino[2]“, Excelso (hochwertiger Rohkaffee) und auch geröstet.

Dieser Weg des Kaffeeanbaus ist einzigartig. Die Gemeinschaft der Kogi hat sich zum Beispiel sehr bewusst dafür entschieden, die alten Pflanzen und Arten trotz aller Ratschläge von Beratern und Fachleuten, nicht auszutauschen gegen eine andere Art, die vielleicht genetisch manipuliert wäre. Die Kogi wissen, dass der Umgang mit der Natur keine Frage der Technik und optimalen Ausnutzung, sondern eine Frage des Gleichgewichts ist. Das Wort in der Kogi-Sprache dafür ist „Yulúka“. Der Anbau und die Vermarktung orientieren sich eng an den traditionellen Methoden der Kogi, die sich dem obersten Prinzip des Schutzes der Natur sowie der engen Verbundenheit mit den spirituellen Vätern unterordnen.

Beschreibung des Ernteprozesses

Die Kaffeepflanzen wachsen inmitten des Waldes in natürlicher Koexistenz mit allen anderen Pflanzen. Die indigenen Produzenten wählen ausschließlich die Samen der starken und gesunden Bäume zur Saat. Der Abstand zwischen den Bäumen beträgt etwa zwei Meter, die Bäume werden von den Kogi so gepflegt, dass sie nachhaltig Kaffeefrüchte tragen. Überzählige Triebe werden per Hand entfernt. Drei Mal jährlich wird das Gelände per Hand gereinigt, es wird nicht gedüngt. Die vom Wald selbst erzeugte Biomasse, die Reste der Ernte und der Dung der Tiere sind der natürliche Dünger.

Die Kontrolle von Schädlingsbefall und Krankheiten der Pflanzen erfolgt durch spirituelle Opfer an die Väter an verschiedenen heiligen Orten, Ezuama genannt, durch die Bauern und die Mámus. Geerntet werden per Hand ausschließlich die reifen Früchte, die noch am gleichen Tag in kleinen, mobilen, gusseisernen und handbetriebenen Mühlen vom Fruchtfleisch befreit werden. Die Bohnen verbleiben für etwa 12 Stunden in wassergefüllten Tanks mit ständigem Wasseraustausch und fermentieren dort. Im Anschluss werden die Bohnen nochmals mit frischem Quellwasser aus der Sierra Nevada gewaschen.

Getrocknet wird der Kaffee ausschließlich durch die Sonne, dies geschieht auf Decken und Tüchern durch den anbauenden Bauern. Die Bauern bringen den Kaffee dann zu lokalen Sammelstellen, die bis zu 10 Stunden Fußweg auf engen Bergwegen durch den Dschungel mit Eseln und Maultieren als Träger der Säcke erfordern. Noch hat der Kaffee das feine Pergamenthäutchen (Pergamentkaffee).

Da die Ernte zum Ende der Regenzeit stattfindet, haben die Bohnen eine hohe Restfeuchte, die erst in der Sammelstelle, der Bodega in Mingueo nahe der karibischen Kleinstadt Dibulla, auf 10,5 % reduziert wird. 900 qm betonierte Trockenfläche stehen dort zur Verfügung. Dort wird die Ernte zusammengeführt und weiter verarbeitet. In Mingueo gibt es zudem ein kleines Labor zur Qualitätsanalyse.

Wenn der Pergamentkaffee die ideale Feuchtigkeit von 10,5 bis 11,5 % hat, wird er Sack für Sack und Bohne für Bohne durch Arbeiter aus Mingueo sortiert und klassifiziert. Danach wird er je nach Bestimmungsort und Verwendungsart zwischengelagert.

Im nächsten Schritt wird der Kaffee in einer Schälmaschine vom Pergamenthäutchen befreit. Es folgt die Sortierung nach Bohnengröße sowie die Kontrolle der einzelnen Bohnen per Hand. Schlechte oder beschädigte Bohnen werden aussortiert, so dass nur die beste Qualität in den Export nach Deutschland gelangt. In Kolumbien wird der Kaffee von der Gemeinschaft der Kogi, einer Art Genossenschaft, auch geröstet und gemahlen unter dem geschützten Markennamen „Café Kogi“ in Geschäften und Supermärkten verkauft.

Über den Hafen Cartagena wird der Rohkaffee in Säcken nach Hamburg verschifft, wo er in entsprechenden Lagerhäusern bis zur Röstung eingelagert wird.



[1] Die Mámus sind die spirituellen und weltlichen Oberhäupter der Kogi, die Hüter und Bewahrer der Tradition. Die Aufgabe der Mámus, der Priester, Weisen und Schamanen, ist es, für Yulúka, für das Gleichgewicht auf allen geistigen und materiellen Ebenen zu sorgen.

[2] Pergamino ist der noch von seiner Pergamenthaut umhüllte Rohkaffee.

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